Raus aus dem Gedankenkarussell

Führung
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Positives Denken
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Eine gelingende Gesprächsführung z.B. in Vorstellungsgesprächen, Kritikgesprächen oder ähnlichem, zeichnet sich durch eine klare Kommunikation und dem Bewusstsein im Hier und Jetzt aus.

In möchte mit einer kleinen Geschichte beginnen…

Vor einiger Zeit habe ich mit einem guten Freund über sein Vorstellungsgespräch in einem internationalen Unternehmen gesprochen. Er musste mehrere Etappen an Vorstellungsgesprächen in unterschiedlichen Sprachen durchlaufen. Bis zum letzten Gespräch lief alles reibungslos und er war sich sicher, die Stelle zu bekommen. Doch im letzten Gespräch wurde er auf einmal unsicher. Sein Gegenüber schien kein besonderes Interesse zu haben und wirkte sogar eher abwesend, so als hätte er dieses Gespräch für sich direkt zu Beginn abgehakt. Wir alle wissen, dass die Chancen für einen Job höher sind, wenn unser Gegenüber während eines Vorstellungsgesprächs interessiert wirkt… In diesem letzten Vorstellungsgespräch war nichts von Interesse oder Begeisterung zu spüren. Und als das Gespräch zum Abschluss kam, sagte die uninteressiert wirkende Person folgende Worte: „Sollte ich abwesend gewirkt haben, dann sehen Sie es mir bitte nach. Ich habe vor unserem Gespräch erfahren, dass meine Tochter in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Ich bin voller Sorge und ich werde mich nun um meine Tochter kümmern. Ach…ich hoffe wir sehen uns morgen. Sie haben mich überzeugt und ich würde mich freuen, wenn Sie in unser Team kommen.“

So verrückt dieses Gespräch für meinen Freund war, so wertvoll war die anschauliche Lernerfahrung aus diesem Gespräch: Unsere Gedanken beeinflussen unsere Emotionen und diese beeinflussen direkt unsere Kommunikation.

Damit unsere Gedanken unsere Kommunikation beeinflussen, braucht es aber keine Extremereignisse. Unser alltägliches Gedankenkarussell reicht völlig aus. Es dreht sich von allein und erzeugt immer wieder Emotionen, die wir durch unser Verhalten und unsere Kommunikation ausdrücken. Grundsätzlich ist es sinnvoll zu Beginn eines Gesprächs, die eigene Gedanken und Emotionen zu benennen, damit unsere unterschiedlichen Botschaften (Körpersprache, Stimme, Mimik und Inhalt) von unserem Gegenüber richtig eingeordnet und verstanden werden können.

Schwierig wird es, wenn du deine volle Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt haben möchtest, dein Gedankenkarussell sich aber gerade so richtig dreht.

Mit einem kurzen Moment der Vorbereitung, kannst du dein Gedankenkarussell effektiv anhalten.

Wie das gelingt, möchte ich dir in drei Schritte zeigen:

  1. Erledige dringlich, wichtige Dinge, wenn möglich vor einem Gesprächstermin. Alle anderen Aufgaben, legst du in einer (gedanklichen) Schublade ab.
  2. Mache „Stressoren“ ausfindig und schalte diese für die Dauer des Gesprächs ab. Das kann z.B. die Bürotür sein, an die du ein „Bitte nicht stören! In dringlichen Fällen, wende dich an….“- Schild hängst, die Rufumleitung aktivierst und dein Handy, wenn möglich auf stumm schaltest.
  3. Komme für 90 Sekunden in die Achtsamkeit. Das gelingt dir, wenn du z.B. die Augen schließt und deine Atmung und später deinen Herzschlag beobachtest und spürst. Du kannst dich auch auf das Hören, Riechen oder Fühlen fokussieren und einfach wahrnehmen was ist. Stelle dir dazu am besten deinen Wecker auf 90 Sekunden. Oder du nutzt eine App für geführte Meditationen z.B. „Insight Timer“ (gratis App), bei der ebenfalls Meditationen von unter 2 Minuten angeboten werden.

Anschließend wirst du eine innere Ruhe wahrnehmen. Dein Gedankenkarussell wurde gestoppt, weil du deine Aufmerksamkeit zurück in das Hier und Jetzt geholt hast. Bewahre dir diesen Zustand für das Gespräch und du wirst in der Lage sein klar zu kommunizieren.

Viel Erfolg!

Dein Hergen