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Wie wir unsere Bewerber*innen wirklich kennenlernen können 

Wir alle hatten mit Sicherheit schon ein oder sogar mehr Bewerbungsgespräche in unserer beruflichen Laufbahn. Diese können sehr unangenehm sein. Vielleicht sind wir aufgeregt vor diesen Terminen oder bereiten uns auf theoretischer Ebene lange vor. Wir haben schon vor unserem innen Auge den Ablauf des Gespräches vor uns. Unser Lebenslauf wird besprochen. Wir werden gefragt, wieso wir die richtige Person für diese Stelle sind. Wir überlegen uns so im Vorfeld ganz genau, wie wir auf diese Fragen passend reagieren können. 

Nun hatten wir in unserem letzten Podcast Marcel Menze, Abteilungsleiter einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, als Interview-Gast zu Besuch. Hier durften wir erfahren, dass die Bewerber*innen bei ihm etwas ganz anderes erleben dürfen. 

Wir fassen in diesem blog-Artikel noch einmal die drei wesentlichen Aspekte des Interviews zusammen, da wir diese für eine sehr gelungene und neue Weise für Bewerbungsgespräche halten. 

1. Ins Handeln kommen

Es ist möglich, die Bewerber*innen ins TUN zu begleiten. So können wir Fragen stellen, die Fähigkeiten und Charaktereigenschaften beschreiben lassen. Oder wir gehen einen neuen Weg und stellen eine konkrete Aufgabe. Z.b. „Wir haben in drei Wochen ein Sommerfest und noch keine Vorbereitungen getroffen. Was würden Sie tun und was gibt es alles zu beachten?“. Wir verlassen anschließend den Raum und die Person kann sich vorbereiten, ins Handeln kommen und anschließend die Ergebnisse präsentieren. So haben wir die Möglichkeit, die planerischen Fähigkeiten, die Präsentationsfähigkeiten, den Umgang mit unvorbereiteten Situationen und die Ausdrucksfähigkeit zu erkennen. Ohne, dass dies von dem/der Bewerber*in beschrieben werden muss.

2. Welche Persönlichkeit brauchen wir?

Häufig wird in den Bewerbungsgesprächen nach den sogenannten Hard-Skills geschaut und der Lebenslauf mit vorhandenen Qualifikationen erfragt. 

So ist es allerdings von großem Vorteil, sich bereits vor dem Gespräch zu überlegen, welche Person wir für unser Team derzeit suchen. Welche Persönlichkeit ist derzeit zielführend für die Zusammenarbeit und Erreichung unserer gemeinsamen Ziele?

Wissen kann erlernt werden, wohingegen das Zusammenspiel im Team von der Persönlichkeit abhängig sein kann. Die Chemie sollte stimmen! 

Hier ist es wichtig zu benennen, dass wir genau hinschauen und eine Hospitation einrichten sollten. Wir denken häufig in Schubladen und Kategorien, eine abschließende Meinung der Person können wir uns allerdings nicht sofort bilden! Hier gilt es kritisch seine eigene erste Meinung zu hinterfragen. Jeder Person einen Chance zu geben. Unsere ersten Einschätzungen aufgrund ehemaliger Erfahrungen nicht als Absolut anzusehen. 

3. Ehrliches Feedback geben

Es ist wichtig, sich am Ende des Gespräches oder nach der Hospitation zu trauen ein ehrliches Feedback zu geben. Nur so können wir dem/der Bewerber*in eine Wertschätzung entgegenbringen. Der/die Bewerber*in hat so außerdem die Möglichkeit, an diesen Punkten zu arbeiten und gestärkt in das kommende Bewerbungsgespräch zu gehen. 

Mut für neue Wege

Es ist mir wichtig abschließend zu sagen, dass diese neuen Wege Mut benötigen. 

Mut etwas Neues zu probieren und vielleicht eine irritierte erste Reaktion oder sogar Abwehr aus der Abteilung zu erhalten – doch es lohnt sich! 

Probiert es aus!

Wir freuen uns sehr über Erfahrungsberichte. Oder hast Du sogar schon Bewerbungsgespräche besonders durchgeführt oder erlebt? Dann freuen wir uns sehr über Kommentare und weitere Tipps! 

Deine Rebekka